Bereits 3.000 Forstfacharbeiter an der LFS Edelhof ausgebildet

Im Rahmen des traditionellen Fachtags „Wald & Holz“ an der Landwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Edelhof wurde vorige Woche Stefan Tauber aus Groß Gerungs als der 3.000ste Forstfacharbeiter geehrt. Zudem stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von forstlichem Fachwissen, Praxisbezug und gelebter Forstgemeinschaft. Auch aktuelle forstpolitische Themen und innovative Bewirtschaftungsansätze standen auf dem Programm.
Seit Jahrzehnten verbindet die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, die Land- und forstwirtschaftliche Lehrlings- und Fachausbildungsstelle sowie die Land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen eine enge Zusammenarbeit im Bereich der forstlichen Ausbildung. In ganz Niederösterreich werden jährlich rund 140 Forstfacharbeiterinnen und Forstfacharbeiter sowie 15 Forstwirtschaftsmeisterinnen und -meister ausgebildet.
Andrea Wagner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, betonte: „Der Edelhof steht für Kompetenz, Engagement und Praxisnähe. Dass wir heute bereits über 3.000 ausgebildete Forstfacharbeiterinnen und -facharbeiter am Edelhof feiern dürfen, ist ein eindrucksvoller Beweis für die Kontinuität und Qualität in der forstlichen Ausbildung.“
Auch Michaela Bauer-Windischhofer, Direktorin der LFS Edelhof, zeigte sich stolz über die langjährige Erfolgsgeschichte des Edelhofs: „Unsere Schule ist seit Jahrzehnten ein Kompetenzzentrum für forstliche Ausbildung im Waldviertel. Wir verbinden theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung und bilden junge Menschen aus, die Verantwortung für den Wald und seine Zukunft übernehmen.“
Vom Wegerecht bis zur Laubholzbewirtschaftung
Der Fachtag bot auch heuer ein vielfältiges Programm mit hochkarätigen Referenten. Den Auftakt machte Peter Herbst, Jurist und Forstsachverständiger, mit seinem Vortrag zum Thema „Wegerecht und Grenzstreitigkeiten im Wald“, das besonders im Waldviertel von Bedeutung ist. Die dort typischen kleinteiligen Eigentümerstrukturen erschweren eine effiziente und bodenschonende Nutzung und Pflege der Waldbestände und stellen die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer somit vor organisatorische sowie rechtliche Herausforderungen.
Im Anschluss widmete sich Martin Exenberger, Förster der Ernsthof Forstverwaltung GmbH, der „Laubholzbewirtschaftung“ und zeigte anhand praktischer Beispiele, wie die Nutzung verschiedener Laubholzarten zur ökologischen Stabilisierung und wirtschaftlichen Aufwertung der Wälder beitragen kann. Die Folgen der Klimaerwärmung, sei es durch Trockenheit oder großflächige Borkenkäferkalamitäten, stellen die Waldwirtschaft vor große Aufgaben hinsichtlich der Wiederaufforstung und der Bestandspflege. Um das Risiko erneuter Totalausfälle von Waldbeständen zu vermeiden, hat sich der Trend zum Mischwald zur zentralen Strategie gegen die Auswirkungen des Klimawandels entwickelt. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich unterstützt Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aktiv bei der Mischwaldbegründung mit Laubholz und bietet in allen Bezirken kostenlose Weiterbildungsangebote an. Damit wird das Ziel einer nachhaltigen und klimaresilienten Forstwirtschaft in die Praxis umgesetzt.
Abschließend informierte Werner Löffler, Forstdirektor der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, über den aktuellen Stand der EU-Entwaldungsverordnung sowie der Verordnung zur Wiederherstellung der Natur – Themen, die derzeit die forstpolitische Diskussion in ganz Europa prägen.
Foto: Der 3.000ste Forstfacharbeiter der LFS Edelhof Stefan Tauber (4.v.l.), Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner (3.v.r.) und LFS-Direktorin Michaela Bauer-Windischhofer mit Fachreferenten und Ehrengästen des Fachtages „Wald & Holz“
Fotocopyright: LFS Edelhof

