Fachschule Obersiebenbrunn: Forschung zur klimafitten Landwirtschaft durch effizientes Bewässerungsmanagement

Obersiebenbrunn (23.5.2026) Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft – besonders im Acker- und Feldgemüsebau – vor wachsende Herausforderungen: steigende Temperaturen, häufigere und längere Trockenphasen, unterbrochen von lokalen Starkregenereignissen, sowie ein rückläufiger Niederschlagstrend im Marchfeld. Die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) Obersiebenbrunn forscht daher an innovativen Lösungen für ein effizientes Bewässerungsmanagement. Die bisherigen Ergebnisse zeigen einen engen Zusammenhang zwischen verfügbaren Wasservorräten, Bodenbearbeitungsform und Bewässerungstechnik.
„Mit ihrer Forschungsarbeit zum Bewässerungsmanagement leistet die Fachschule Obersiebenbrunn einen wichtigen Beitrag zum verantwortungsvollen und innovativen Umgang mit der Ressource Wasser. Langjährige Erfahrung und neue Erkenntnisse aus der Versuchstätigkeit werden dabei verknüpft, um auch künftig qualitativ hochwertige Ernteerträge zu sichern”, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Das Marchfeld ist eine der produktivsten Agrarregionen Österreichs, und es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, diese Produktivität durch kluge, ressourcenschonende Lösungen zu erhalten“, so Teschl-Hofmeister.
„Bewässerung muss immer im Zusammenhang mit der angebauten Kultur und der Bodenbearbeitung betrachtet werden. Bei intensiver Bodenbearbeitung dringt Wasser zwar rascher in die obere Krume ein, bleibt aber bei reduzierter Bodenbearbeitung länger für die Pflanzen verfügbar“, erklärt Direktor Arno Kastelliz. „Unsere Feldversuche zeigen zudem klar, dass die Bewässerungssteuerung mithilfe smarter Systeme wie Bodensensoren am effizientesten funktioniert. So lassen sich Tropfbewässerung, Rohrnetzbewässerung oder Großflächenregner je nach Kultur besonders ressourcenschonend einsetzen“, so Kastelliz.
Sensortechnik in Echtzeit
Bodensensoren messen den Wassergehalt in bis zu einem Meter Tiefe und übertragen die Daten in Echtzeit über solarbetriebene Messstationen. Die aktuellen Messwerte sind auf der Website der LFS Obersiebenbrunn unter www.lfs-obersiebenbrunn.ac.at abrufbar. Steigt das Matrixpotenzial – und damit der Aufwand für Pflanzen, dem Boden Wasser zu entziehen – über 100 Centibar, wird der Beginn der Bewässerung empfohlen.
Wie unverzichtbar ein effizientes Bewässerungsmanagement im Marchfeld ist, verdeutlichen die regionalen Klimadaten: Der langjährige Jahresniederschlag liegt bei lediglich 552 Millimetern, während die Verdunstung 906 Millimeter erreicht. Diese negative Wasserbilanz muss während der Vegetationsperiode bei Kulturen, die auch im Hochsommer weiterwachsen, durch gezielte Bewässerung ausgeglichen werden. Viele der im Marchfeld kultivierten Pflanzenarten wachsen über die gesamte Vegetationszeit und benötigen daher entsprechend lange eine gesicherte Wasserversorgung. Das im Marchfeld erzeugte Gemüse leistet einen unschätzbaren Beitrag zur regionalen Ernährungssicherung und ermöglicht weit mehr Menschen ein Einkommen, als es der reine Marktfruchtbau erlauben würde.
Die Forschungsarbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Bodenphysik und landeskulturelle Wasserwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien.
(Schluss)
Foto 1 (v.l.n.r.) Direktor Arno Kastelliz, Schüler Tobias Haller, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Schülerin Johanna Ponez und Karl Kukutsch, Gemeinderat für Wasserwirtschaft mit den smarten Bewässerungssystemen
Foto 2 (v.l.n.r.) Direktor Arno Kastelliz und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister vor einem Gießwagen
Foto 3 (v.l.n.r.) Direktor Arno Kastelliz und Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
Fotos Copyright: Jürgen Mück


